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Fachrichtung
Leiterin Tanz Akademie Zürich

Steffi Scherzer

Primaballerina, Leiterin Tanz Akademie Zürich
Dozentin Klassischer Tanz, Spitzentanz, Klassisches Repertoire

Steffi Scherzer wurde in Stollberg geboren. Sie erhielt ihre Ballettausbildung an der Staatlichen Ballettschule Berlin und wurde 1975 an die Deutsche Staatsoper Berlin engagiert. Sie avancierte 1978 zur Solotänzerin, 1986 zur Ersten Solistin und wurde 1987 zur Primaballerina ernannt.

Preise und Ehrungen

An nationalen und internationalen Ballettwettbewerben hat sie zahlreiche Preise gewonnen, 1978 Bronzemedaille beim Internationalen Ballettwettbewerb Varna/Bulgarien, neben einigen weiteren Preisen 1980 den Sonderpreis „Individual Excellent Performance Prize“ beim Internationalen Ballettwettbewerb in Oska/Japan, 1981 den Ersten Hauptpreis beim Nationalen Ballettwettbewerb sowie den Deutschen Kunstpreis. Steffi Scherzer wurde mehrfach mit dem Kritikerpreis der Berliner Zeitung ausgezeichnet: 1976/77 für die Gestaltung der Rolle der Eva in Die Erschaffung der Welt, 1981/82 für ihre Interpretation der Bellastriga in Tom Schillings Ballett Abraxas, 1985/86 für die Rolle der Aristid in Das verschenkte Weinen (Choreographie: Stephan Lux) und 1987/88 für die Titelpartie in Giselle (Egon Bischoff).

Choreografen und Rollen

Steffi Scherzer war in fast allen grossen Partien des klassischen und moderneren Repertoires auf der Bühne zu sehen; darunter Nussknacker, Giselle, Schwanensee, Dornröschen, Don Quixote, Coppélia, Romeo und Julia, Bayadère, Paquita, Undine, Spartacus, Carmina Burana. Gravierenden Einfluss auf ihre Karriere hatten die russischen Ballettmeister Galina Ulanowa, Galina Kusnezowa, Naima Baltatschejewa. Besonders prägend für sie war die jahrelange Zusammenarbeit mit Persönlichkeiten wie Rudolf Nurejew und Patrice Bart.

Zu ihrem Balanchine-Repertoire gehörten Sinfonie in C, Violin Concerto, La Valse, Die vier Temperamente, Thema mit Variationen, Apollon Musagète und Tschaikowsky-Pas de deux.

Maurice Béjart kreierte für sie die Rolle der Rose in der Uraufführung Apropos Scheherazade; sie war ausserdem zu sehen in Béjarts Nacht/Verklärte Nacht.

Roland Petit choreografierte für sie in seinem Abend Dix oder Eros und Tod den Pas de deux „Crime passionelle“.

In der Uraufführung von Pierre Lacottes romantischem Ballett Le Lac des fées verkörperte sie die Fee Zeïla.

Steffi Scherzer tanzte in Patrice Barts Don Quixote, sowie in seinen international gefeierten Versionen von Schwanensee und Giselle. Im Ballett Verdiana verkörperte sie die Hauptrolle – eine Partie, die Patrice Bart eigens für sie schuf.

Der Sterbende Schwan von Michail Fokin gehörte ebenso zu ihrem Repertoire wie Love Songs oder Steptext von William Forsythe.

Steffi Scherzer tanzte die Doppelrolle der Odette/Odile 1998 in der Fernseh- und Kino-Live-Übertragung von Patrice Barts Schwanensee zusammen mit ihrem Partner Oliver Matz, unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim. Unter Uwe Scholz übernahm sie die Hauptpartie im Mozart-Klavierkonzert „Jeune Homme“. In der Fernsehaufzeichnung des Grand Pas de Deux Don Quixote trat sie für France 3 gemeinsam mit Oliver Matz auf.

Gastauftritte

Gastverträge führten Steffi Scherzer u.a. nach Leipzig und Dresden, an die Komische Oper Berlin (dort tanzte sie in Tom Schillings Schwanensee und die Hauptpartie in seinem Ballett Hoffmanns Erzählungen), als Giselle an die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf und zum Bayerischen Staatsballett nach München (Sinfonie in C). Sie gastierte in Marseile und Nancy.

Roland Petit lud sie in seiner Fassung von Dornröschen zu einer Japan-Tournee mit seiner Compagnie ein, und Marcia Haydée studierte mit ihr John Crankos Onegin ein. Gemeinsam mit ihrem Partner Oliver Matz wurde sie 1997 zum World Ballet Festival nach Japan eingeladen, um dort u.a. Uwe Scholz’ Mozart-Klavier-Konzert zu tanzen. Auslandsgastspiele führten sie, häufig gemeinsam mit Oliver Matz, nach Kuba, Ungarn, Jugoslawien, Japan, Spanien, Italien, in die ehemalige UdSSR und Tschechoslowakei, nach Libyen, Ägypten, Polen, Frankreich, China, Finnland, Brasilien, Griechenland und Zypern.

Abschied von der Bühne und Aufbruch zu neuen Ufern

2003 beendete Steffi Scherzer ihre künstlerische Laufbahn und wurde für ihr künstlerisches Gesamtwerk als erste Tänzerin mit der Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Staatsoper geehrt.

Seit geraumer Zeit widmet sie sich dem künstlerischen Nachwuchs; mittlerweile zählen ihre Schülerinnen zu den Preisträgerinnen internationaler Ballettwettbewerbe von Varna/Bulgarien, Berlin und Spoleto. Seit September 2004 unterrichtet sie Klassichen Tanz im Departement Tanz der Hochschule Musik und Theater in Zürich. In ihrer Klasse an der Tanz Akademie Zürich werden Mädchen zu Bühnentänzerinnen mit kantonalem Diplom ausgebildet.

Mit Beginn des Studienjahres 2007/08 übertrug die Schulleitung der neu gegründeten Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK, Steffi Scherzer die Leitung der Tanz Akademie Zürich, taZ.

Leitungsteam Tanz Akademie Zürich

Oliver Matz, Leiter Fachrichtung Tanz

Berliner Kammertänzer, Erster Solist der Staatsoper unter den Linden,
Leiter Fachrichtung Tanz, Zürcher Hochschule der Künste, ZHdK
Dozent Klassischer Männertanz, Klassisches Repertoire

Vita Oliver Matz

Sandra Nussberger, Leiterin MAS Tanzpädagogik der ZHdk

Dozentin Zeitgenössischer Tanz; Leiterin MAS Tanzpädagogik (MAS TAP), Methodik Zeitgenössischer Tanz und Theorie Tanzpädagogik beim MAS TAP

Sandra Nussberger absolvierte nach der Diplommittelschule und einer Ausbildung zur diplomierten Gymnastikpädagogin, die moderne Tanzschule Iwanson in München. Es folgte ein dreijähriges Engagement bei der Tanzcompanie Jenny Coogan in München, mit Auftritten an namhaften Theatern in Deutschland. Danach tanzte sie drei Jahre bei 'Molteni' in Zürich unter der künstlerischen Leitung von Philipp Egli, mit Auftritten im In- und Ausland.
Ab 1998 war sie als freischaffende Choreografin in Zürich erfolgreich tätig, was mit diversen Auszeichnungen unterstützt wurde: Choreografische Residenz bei Pact Zollverein Essen BRD; SiWiC, 6. Schweiz. Weiterbildungskurs in Choreografie, Zürich, unter der Künstlerischen Leitung von Ismael Ivo; Carte Blanche Basel. Zusätzlich bildete sie sich an der ZHW in Projektmanagement, Kulturökonomie, Unternehmensführung und Kulturpolitik weiter.
1998 wurde Sandra Nussberger als Dozentin für Zeitgenössischen Tanz und choreografische Komposition an der Schweiz. Ballettberufsschule SBBS (Vorgängerin der taZ) engagiert. Sie gibt ihr umfangreiches Wissen an die Studierenden des Hauptstudiums weiter und bereitet Studierende auf die Teilnahme an Wettbewerben bei Modernen/Zeitgenössischen Variationen vor. Sie ist seit Kurzem zusammen mit Steffi Scherzer und Oliver Matz Mitglied des Leitungsteams der Tanz Akademie Zürich.
Seit 2007 leitet Sandra Nussberger den Master of Advanced Studies (MAS) in Tanzpädagogik an der ZHdK. Der zweijährige berufsbegleitende Weiterbildungsstudiengang richtet sich an ausgebildete Bühnentänzer.